Flattr: Finanzierungsmodel mit Zukunft oder kurzfristiger Online-Hype? (Teil 4/4)
Der nachfolgende Text entstammt einem Essay, den ich für einen Kurs in der Hochschule geschrieben habe. Aufgrund der Länge habe ich ihn für mein Blog in vier Teile gesplittet. Hier geht es zum vorherigen Teil
Perspektiven
Auch wenn derzeit kein großer Anbieter bei Flattr einsteigen will, lohnt es sich zu überlegen, welche Konsequenzen dies für Social Payments im Allgemeinen und Flattr im Speziellen hätte. Zum Beispiel, wenn Spiegel-Online Flattr einbinden würde.
Die taz hat im Juni 2010 fast 1000 € als mit Flattr eingenommen. In diesem Monat hatte taz.de laut IVW 4.056.204 Visits. Im gleichen Zeitraum hatte Spiegel-Online, ebenfalls laut IVW, 139.611.882 Visits. Das ist mehr als das dreißigfache. Zudem sind auf Spiegel-Online deutlich mehr Beiträge zu finden, sprich auch mehr potentiell flattrbare Inhalte. Dies spiegelt sich auch im (weiterlesen…)
Add comment 29. Juli 2010
Flattr: Finanzierungsmodel mit Zukunft oder kurzfristiger Online-Hype? (Teil 3/4)
Der nachfolgende Text entstammt einem Essay, den ich für einen Kurs in der Hochschule geschrieben habe. Aufgrund der Länge habe ich ihn für mein Blog in vier Teile gesplittet. Hier geht es zum vorherigen Teil
Stimmung bei den Medienanbietern
Wenn Flattr wirklich ein Finanzierungsmodel für Online-Inhalte werden soll, muss es natürlich den Sprung aus der Blogosphäre hin zu „konventionellen“ Medienanbietern schaffen. Die schauen zunächst darauf, was der Dienst einbringt.
Viele Blogs veröffentlichen ihre Gewinne. Bei größeren (weiterlesen…)
1 comment 28. Juli 2010
Flattr: Finanzierungsmodel mit Zukunft oder kurzfristiger Online-Hype? (Teil 2/4)
Der nachfolgende Text entstammt einem Essay, den ich für einen Kurs in der Hochschule geschrieben habe. Aufgrund der Länge habe ich ihn für mein Blog in vier Teile gesplittet. Hier geht es zum vorherigen Teil
Positive Reaktionen
Es gibt auch viele positive Reaktionen auf Flattr. An erster Stelle zu nennen sind hier natürlich diejenigen Blogger, die hohe oder unerwartet hohe Einnahmen erzielt haben. Die taz als derzeit größter Content-Anbieter mit Flattr, äußerte sich über den „Versuch“ bislang auch überwiegend positiv. In einem Interview mit mir bekräftigte taz.de-Leiter Matthias Urbach zum Beispiel, dass er die Gefahr von „Flattr-Populismus“ für die taz als gering einschätzt. Er vertritt sogar die Gegenposition zu Lobo, wenn er sagt „Wir sind gerne von unseren Lesern abhängig, lieber als von Werbung, woher bei den meisten anderen Zeitungen und Magazinen noch der Löwenanteil der Einnahmen herrührt“.
Im taz-Hausblog beschreibt Sebastian Heiser, dass man sich trotz Einnahmen von fast 1000 Euro bei der Themenauswahl nicht (weiterlesen…)
2 comments 27. Juli 2010
Flattr: Finanzierungsmodel mit Zukunft oder kurzfristiger Online-Hype? (Teil 1/4)
Der nachfolgende Text entstammt einem Essay, den ich für einen Kurs in der Hochschule geschrieben habe. Aufgrund der Länge habe ich ihn für mein Blog in vier Teile gesplittet.
Das schwedische Unternehmen Flattr sorgt seit einigen Monaten für Aufregung und muntere Spekulationen im Internet. Es handelt sich um einen Social-Payment Dienst über dessen Prinzip und Gründer bereits viel geschrieben wurde. Ich möchte in diesem Essay daher verstärkt auf die Perspektiven des Dienstes eingehen. Kann sich Flattr durchsetzen? Wird es genug Personen geben, die freiwillig Geld bezahlen („Schenkökonomie“)? Werden andere Medienangebote den Dienst einbinden und wenn ja mit welchen Konsequenzen? Und zu guter Letzt: Welche Konkurrenten wird Flattr möglicherweise bekommen? (weiterlesen…)
5 comments 26. Juli 2010
Hinterher tun wir immer schlauer
Loveparade. Viel muss man nicht sagen. Schrecklicher Unfall. Menschen, die feiern wollten, sind tot oder verletzt. Leider sterben täglich Menschen an verschiedenen Tragödien. Viele sind zu verhindern, wohlmöglich auch die gestrige.
Wer trägt die Schuld? Das kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keiner sagen. Es gibt Hinweise darauf, dass die Veranstalter (gemeint sind alle Beteiligten) Fehler gemacht, das Risiko falsch eingeschätzt haben. Das gilt es zu untersuchen.
Mittlerweile mehren sich die Stimmen derer, die schon im Vorfeld Bedenken gehabt haben wollen. Ich maße mir nicht an, zu beurteilen, ob sie wirklich vorher etwas geahnt haben. Einige journalistische Kollegen finden in Artikeln oder auch auf der Pressekonferenz heute harte Worte. Beschuldigungen und Vorwürfen.
Einiges davon mag berechtigt sein. Trotzdem: Berichterstattungen wie die, die aktuell mancherorts laufen, sind der Grund für den schlechten Ruf von Journalisten. „Die haben schon ihre Meinung und suchen nur nach Belegen dafür“ oder „Hinterher haben sie es alle gewusst“, heißt es dann.
Wenn Fehler gemacht worden sind, wenn absehbar war, dass es zu einer solchen Tragödie kommen würde, dann hätten die kritischen Stimmen in der Berichterstattung vorher da sein müssen. Waren sie aber nicht oder nur am Rande. Wo waren wir Journalisten, wenn es darum ging, vorher einen Blick in die Planung und Richtlinien zu werfen und den Mut zu haben, sich soweit aus dem Fenster zu lehnen, zu sagen: „Das geht nicht, das ist gefährlich!“?
Allgemein gilt: Wenn Politik und Polizei Fehler machen, muss der Journalismus da sein. Und zwar bevor es zu spät ist. Hinterher kritisieren kann jeder. In dieser Beziehung müssen wir Journalisten noch um einiges besser werden. Für die Gesellschaft, aber auch für unser eigenes Image.
PS: Lesenswerter Beitrag von Thomas Lückerath auf DWDL darüber, wie er einen warnenden Kommentar vom Vorfeld der Veranstaltung fand und wie dieser sich in den Medien nachträglich weiter verbreitete.
2 comments 25. Juli 2010
Ihr habt die Seele der deutschen Leichtathletik an Nike verkauft
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat seinen Ausrüster-Vertrag mit Nike verlängert. Ob das so gut ist, möchte ich in Frage stellen. Der Verband erzielt zwar scheinbar gute Einnahmen durch den Vertrag. Vereine, in denen die Grundlagen für die Leichtathletik von morgen – aber auch von heute – gelegt werden, gucken jedoch in die Röhre und haben kein Mitspracherecht.
Der DLV will charakterstarke Athleten. Deren Seele hat er jedoch an Nike verkauft. Diesen Eindruck habe ich am vergangenen Wochenende in Braunschweig bekommen, wo ich als Teilnehmer und Zuschauer bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften war. Dass ein Ausrüster/Sponsor Stände aufbaut und Werbung macht, ist vollkommen legitim. Auch mit dem „dieser Wettbewerb wird präsentiert von…“ hat man sich zähneknirschend abgefunden. Aber irgendwo muss eine Grenze sein. Und die ist für mich da, wo ein Sportwettkampf zur Werbeveranstaltung degradiert wird. (weiterlesen…)
5 comments 23. Juli 2010
Lügt Facebook beim Freundefinder?
Facebook zeigt an, dass Freunde den „Freundefinder“ erfolgreich genutzt haben. Einziges Problem: Das stimmt gar nicht! Aber der Reihe nach: Facebook wirbt seit einiger Zeit für seinen Freundefinder, über dessen Problematik (Speicherung von Daten von Nicht-Nutzern) bereits geschrieben wurde. Aber da sind doch so viele, die ihn trotzdem nutzen, Freunde von mir. Unbelehrbare? Netpolitik twitterte bereits:
Praktisch: Facebook zeigt an, welche Bekanntschaften so dämlich waren und den automatischen Freundefinder ausprobierten #intelligenztest
Hat mich sehr amüsiert, dieser Kommentar. Aber scheinbar stimmt er nicht:
Eine Kommilitonin von mir postete vergangene Tage einen Screenshot. Darauf zu sehen zwei Kommilitonen, die den Freundefinder angeblich eingesetzt haben. Sie fragte die beiden: „Sag mal, beschwindelt Facebook mich?“ (weiterlesen…)
2 comments 22. Juli 2010
Stell dir vor, du hast auf Facebook und StudiVZ keinen Geburtstag mehr…
…gratuliert dir dann eigentlich noch jemand?
Das wollte ich herausfinden. Und deshalb habe ich dieses Wochenende den Test gemacht: Rechtzeitig den Geburtstag bei StudiVZ und Facebook verborgen und auch bei Skype entfernt. Nur ICQ wollte mein Geburtsdatum partout nicht wieder abgeben. Raus gelöscht speicherte es dann den 1. Januar. Na gut, erfüllt zunächst auch den Zweck.
Warum machte ich das? (weiterlesen…)
4 comments 19. Juli 2010
Flattr bei „konventionellen Medien“: Wer plant den Einsatz?
Der Freitag und die taz haben als bekannte, konventionelle Medienprodukte den Social-Payment-Dienst Flattr eingebunden. Bei der taz kamen so im vergangenem Monat immerhin fast 1000 € zusammen. Ob sich ein solcher Gewinn dauerhaft einstellt, ist nicht vorherzusehen. Dennoch führt er zwangsläufig zur Frage: Binden bald weitere bekannte Nachrichtenseiten Flattr ein?
Um das zu erfahren, habe ich letzte Woche Montag einige der führenden deutschsprachigen Online-Nachrichtenangebote angeschrieben und nachgefragt, wie ihre Pläne im Bezug auf Flattr ausschauen.
Gemailt habe ich: (weiterlesen…)
1 comment 13. Juli 2010
10 Gründe, warum die Niederlande heute die WM gewinnen sollen
Heute ist es soweit: Fußball-WM-Finale, Niederlande gegen Spanien. Ich hoffe, dass heute Abend Oranje jubeln wird. Der Hauptgrund ist natürlich, dass mich mit dem Land mehr verbindet. Schließlich bin ich „mit einem Fuß in den Niederlanden“ aufgewachsen. Und Spanien? Naja, Spanien ist halt irgendwo links unten und hat ein paar sehr nette Ferienorte. Aber sonst… Nichtmals die Sprache mochte mich in der Schule Add comment 11. Juli 2010
BP (Aral) boykottieren, und nicht retten!
Die Ölpest im Golf von Mexiko bedroht nun nicht nur Millionen von Tiere, sondern auch BP. In Zeitungen lese ich von einer drohenden feindlicher Übernahme und von möglichen Staatshilfen. Wie bitte, Staatshilfen?
Ja, allem Anschein nach überlegen einige Länder, allen voran Großbritannien, den Konzern zur Not zu retten. Die Britten haben einen besonderen Ansporn, denn angeblich halten einige der dortigen Pensionsfonds BP-Aktien.
Für mich klingt hier vor allem eines durch: (weiterlesen…)
4 comments 7. Juli 2010
Es gibt sie, die reinen Geber auf Flattr!
In meinem Beitrag zu den Flattr-Monatseinnahmen hatte ich angekündigt, dass ich noch intensiver auf die Motive von Leuten eingehe, die Flattr rein oder überwiegend als Instrument zum Geld geben nutzen. Da der angekündigte Text nicht hier erscheint, sondern an prominenter Stelle auf CARTA, möchte ich mit einem Link darauf hinweisen:
Im Text berichte ich von zwei Usern, die (weiterlesen…)
2 comments 5. Juli 2010
Flattr: Wird der Klick mehr wert? (+ meine erste Abrechnung)
Es ist Anfang des Monats, neuerdings Flattr-Abrechnungs-Zeit. Und so stolpert man in der Blogosphäre heute überall über Blogs, die stolz (zumindest meistens stolz) verkünden, was sie so eingenommen haben. Und auch ich habe heute Morgen überrascht die Zahlen für mein Blog zur Kenntnis genommen.
Auf CARTA gibt es eine schöne Übersicht der im Juni meist geflattrten deutschsprachigen Beiträge. Aber die Klickzahl sagt nicht viel aus, (weiterlesen…)
4 comments 1. Juli 2010
General David H. Petraeus und sein vergessener Nickname „Betrayus“
General David H. Petraeus ist neuer Oberbefehlshaber der ISAF-Streitkräfte. Das ging durch die Medien. Dort bisher nicht gelesen habe ich über die Vergangenheit zwischen ihm und den US-Demokraten. Gegen Ende der Regierungszeit Bush – Petraeus war für den Irak zuständig – gab es große Kontroversen um ihn. Das Kampangen-Netzwerk MoveOn.org betitelte ihn 2007 in einer Anzeige in der NY Times als „General Betrayus“, sprich General Betrüg uns.
Hintergrund: Sein Bericht über die Lage im (weiterlesen…)
Add comment 25. Juni 2010
Bild entmachtet den Bundesrat
Eines vorweg: Ich wollte ob des „Klickerfolgs“ meines letzten Textes wirklich nicht direkt nochmal über die Bild schreiben, nach dem Trittbrettfahrer-Motto „War ja ein Erfolg“. Aber angesichts des Beitrags „AKW-Laufzeiten: Bundesregierung braucht Bundesrat nicht“ kann ich einfach nicht anders.
Der Hintergrund des Themas ist mittlerweile allgemein bekannt: Die Bundesregierung will die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängern, die Opposition ist dagegen. Da Schwarz-Gelb vermutlich die Mehrheit im Bundesrat verliert, will die Bundesregierung dieses Vorhaben ohne den Bundesrat durchbringen. Nun streiten Experten: Geht das?
Die Bild legt sich heute fest und (weiterlesen…)
7 comments 23. Juni 2010
